Allgemeine Informationen

Während in den USA und Japan etwa 80 Prozent aller Büroflächen klimatisiert werden, sind es in Europa weniger als 50 Prozent. Das wird sich in den nächsten Jahren ändern, denn der Bedarf an Kühl-Energie steigt auch in Europa stark an. Eine von der EU-Kommission im Rahmen des SAVE-Programms („EU-Program for Energy Efficiency" 1999/2002) beauftragte Studie erwartet, dass die Anzahl der Raumklimageräte europaweit von 7,4 Millionen im Jahr 1996 auf 33 Millionen im Jahr 2020 steigen wird. Nach Experteneinschätzungen wird daraus folgend in zwanzig Jahren der Kühlenergiebedarf in Europa in etwa genauso hoch sein wie der Heizenergiebedarf. Alle Untersuchungen weisen darauf hin, dass bei dieser Entwicklung auch Österreich, und hier im Speziellen Wien keine Ausnahme bilden wird.
Umweltfreundliche Alternativen
Gleichzeitig fordern Experten, dass Europa seinen gesamten Energieverbrauch bis zum Jahr 2020 nicht nur um 20 Prozent senken sondern auch die hohe Importabhängigkeit verringern muss. Außerdem sollen die Emissionen von Treibhausgasen, die für die Klimaerwärmung verantwortlich sind, bis 2020 um mindestens 25, noch besser um 40 Prozent, verringert werden.
Auch im Mittelpunkt der aktiven Klimaschutzpolitik der Stadt stehen emissionsmindernde Maßnahmen: Minus 20 Prozent Treibhausgasemissionen pro Kopf im Jahr 2020 im Vergleich zu 1990 - das ist das Klimaschutzziel der Stadt Wien, das mit dem kürzlich präsentierten KliP II (Klimaschutzprogramm der Stadt Wien, Fortschreibung 2009-2020) erreicht werden soll.
Es stellt sich in diesem Zusammenhang allerdings die Frage: Wie lassen sich der steigende Bedarf an Energie im Allgemeinen und Kühlenergie im Speziellen und die gleichzeitige Senkung des Energieverbrauchs sowie die Verringerung der CO2-Emissionen unter einen Hut bringen?
Wien beschreitet bei der Gewinnung und Nutzung von Kühl-Energie neue Wege und setzt dabei auf eine umweltfreundliche Alternative zur herkömmlichen Gebäudeklimatisierung: Fernkälte von Wien Energie Fernwärme.
Coole Technologie von Wien Energie Fernwärme
Die umweltfreundliche Nutzung der Energie aus Abfällen hat in Wien bereits eine lange Tradition. Bereits seit 1963 ist die mittlerweile mehrmals auf den letzten technischen Stand adaptierte Abfallbehandlungsanlage am Flötzersteig in Betrieb, seit 1969 die Anlage in der Spittelau. Beide Anlagen wurden errichtet, um die Versorgung der umliegenden Spitäler mit Wärme aus der Abfallbehandlung zu gewährleisten.
Relativ neu ist der Ansatz, die Energie aus Abfällen mittels Absorptionskältemaschinen auch für die Kälteversorgung zu nutzen. So kann auch im Sommer die Energie aus der thermischen Abfallbehandlung optimal genützt werden.
Vom Prinzip her werden zwei Konzepte verfolgt:
Auf der einen Seite errichtet bei einer dezentralen Lösung Wien Energie Fernwärme eine Kältezentrale im Gebäude / am Gelände des Kunden. Ein Teil des Maschinenparks bildet dabei eine Absorptionskältemaschine, die über das Fernwärmenetz mit der Antriebsenergie versorgt wird. Ein Beispiel für so eine Anlage ging 2007 am Schwarzenbergplatz - mitten im denkmalgeschützten Innenstadtbereich - in Betrieb.
Diese Konzeption wird dort verfolgt, wo kein Fernkältenetz vorhanden oder in absehbarer Zeit geplant ist.
Das zweite Konzept sieht eine Kältezentrale vor, von der aus Kunden über ein Fernkältenetz beliefert werden. Diese Konzeption ist seit 2008 in TownTown und seit August 2009 in der Kältezentrale Spittelau realisiert.

